Interview zum BWO-Theater

Heute dürfen wir ein Interview mit zwei Bewohnenden der Wohngruppe Gecko in Konolfingen führen. Beide waren für das BWO-Theater «aube einisch obenuf» als Schauspieler im Einsatz. Vor Ort treffen wir auf die Betreuerin Stephanie Gafner, die unsere heutigen Interviewpartner Simon Grauwiler und Werner Schirmer unterstützt. Beide wohnen seit Januar 2016 in der Wohngruppe Gecko. Bevor wir beginnen, gibt es eine kurze Hausführung. Über eine knorrige Holztreppe gelangen wir Schritt für Schritt ins Obergeschoss, wo uns Werner sein farbenprächtiges Zimmer präsentiert. Betreuerin Stephanie erläutert uns, dass Werner grossen Wert auf die Dekoration seines Zimmers legt. Sie widerspiegelt stets die aktuelle Jahreszeit und allfällige Festivitäten. Jetzt wird klar: es ist Fastnachtszeit!

Phantasievolle Masken und bunte Lichterketten zieren die Wände des Zimmers. Natürlich sind wir auch gespannt auf das Zimmer Simons. Dieses befindet sich einen Stock tiefer. Auch hier wurde wieder ganz individuell eingerichtet – Simon hält sich in Sachen Dekorationen eher zurück. Er bevorzugt eine praktische Einrichtung. Nachdem wir in diese zwei unterschiedlichen Welten eintauchen durften, geht es jetzt an die Arbeit! Wir haben einige Fragen im Gepäck, die wir diesen beiden spannenden Menschen gerne stellen möchten.

«Ihr beide seid schon sehr lange Teil der BWO – an welche Ereignisse von früher erinnert ihr euch?» Simon: «Früher war ich im Mühlestock (Wohngruppe der BWO). Wir waren viel draussen beim Esel oder haben Velotouren gemacht. Einmal haben wir sogar draussen übernachtet.»

Werner: «Ich habe früher im Kado gewohnt (Wohngruppe der BWO). Wir haben viel gemacht – ich war Teil des technischen Dienstes, wo wir allerlei Sachen geflickt haben. Ab und zu ging es natürlich auch in den Ausgang.»

«Dieses Jahr hat der WAT­Bereich eine ganz besondere Vorführung veranstaltet: eine musikalische Zeitreise durch 50 Jahre BWO­Geschichte, gespielt von den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stiftung BWO. Ihr beide wart natürlich mit dabei – wie war es für euch? Und gab es auch schwierige Situationen?»

Simon: «Mir hat es sehr gefallen, einfach das Warten zwischendurch war manchmal schwierig – man muss auch sehr flexibel sein. Für meine Rolle musste ich lernen zu schimpfen (lacht), auch mit dem Finger habe ich die passende Geste geübt.»

Werner: «Auch mir hat es gut gefallen. Ich durfte mit Schwimmflossen in ein kleines Planschbecken ohne Wasser steigen – da wollte ich nicht mehr raus!»

«Das klingt ja spannend – ihr durftet eure Rollen selber aussuchen?»

Simon: «Ja, ich war ein Bademeister. Die Rolle hat sich so ergeben, weil der Regisseur Dani Burri meinte, dass die sehr gut zu mir passen würde.»

Werner: «Ich spielte den Froschkönig, die Rolle habe ich mir selber ausgedacht. Passend zu meinem Kostüm habe ich mir eine goldene Krone gebastelt.»

«Musstet ihr für die Hauptprobe noch etwas üben und wart ihr aufgeregt?»

Simon: «Üben musste ich nichts mehr – Stephanie (Betreuerin) war aber aufgeregt, auf die musste ich aufpassen (lacht).» Stephanie (Betreuerin): «Ja das stimmt, ich war aufgeregt (lacht). Ich hoffte, dass alle Personen am richtigen Ort sind. Es war eine sehr schöne Veranstaltung.» Werner: «Ich habe noch geübt. Aufgeregt war ich auch nicht so. Ich habe schon bei früheren Theaterstücken mitgespielt – damals war ich ein Predigtpfarrer.»

Zeit für ein Zvieri – wir verlassen die Wohngruppe Gecko und werfen auf dem Heimweg nochmals einen Blick auf die schönsten Bilder der musikalischen Darbietung «aube einisch obenuf», die 50 Jahre BWO Revue passieren liess.